Zunächst ging es noch durch das doch schon quirlige Bad Wörishofen, bevor ich in das Grün des Alpenvorlandes eintauchte. In abwechslungsreichen Landschaftsschwüngen surfte ich dem Oberallgäu entgegen.

Schon bald stellte sich heraus, dass die Sonne zwar am Himmel stand, doch in den noch ziemlich weit entfernten Bergen die Wolken festhingen. Oben dann bei Selltüren verließ ich das Unterallgäu u. auf einem Schild am Wegrad war „Willkommen im Oberallgäu“ zu lesen.

Also fast schon DAHOAM!

Nun ging es in rasanter Fahrt hinunter nach Wildpoldsried. Um natürlich, wie sollte es auch anders sein, über Betzigau u. dann in Hassberg wieder den nächsten Höhenpunkt zu erklimmen. Abwärts nach Durach, vorbei an dessen Sportflugplatz, ging es zum Öschlesee bei Sulzberg weiter.

In Sulzberg vor dem Rathaus genehmigte ich mir, im wahrsten Sinne des Wortes, erst einmal eine Verschnaufpause. Ich wusste ja was mir bevor stand, – die Sulzberger Steige. Zuerst eine knackige 16%tige Ouvertüre, danach kurze Talfahrt bevor es in einem langen zähen Zick – Zack bis auf 890m ü. NN bei Moosbach, weiter bergan ging. Auf der nächsten flacheren Passage konnte ich wieder Luft tanken. Danach ging es im Sturzflug zur Greifenmühle hinab. Die restlichen 3km waren, im Vergleich zu dem was hinter mir lag, reiner Kindergeburtstag.

Gut gelaunt bin ich schließlich in Vorderburg eingetroffen u. hatte somit mein Tourenziel erreicht. Jaaa, wieder einmal geschafft. Am Ortsschild von Vorderburg rief ich meine Mutter an, die in der Pension schon auf meinen Anruf wartete. „Komme doch bitte zum Fototermin, – ich stehe hier am Galgenbichl, am Ortsschild – du weist schon!“ sagte ich zu ihr. „Ja klar, bis gleich“ antwortete sie mir freudig. Schon nach kurzer Zeit war sie bei mir. Wir begrüßten uns herzlich bevor der Fototermin abgearbeitet wurde.

(Bild anklicken)

Danach schlenderten wir gemeinsam zum Anwesen unserer Freunde u. Gastfamilie. Im Garten erwartete uns schon Oma Anni mit einigen ihrer spielenden Enkelkinder. Nach großem „Hallo“ stand schon ein gekühltes dunkles Weizen für mich bereit. Gemeinsam setzten wir uns aufs Bänkle. Im strahlenden Sonnenschein genoss ich schließlich mein Weizen u. erzählte von meinen Tourerlebnissen. Bei dieser langen Geschichte verging die Zeit wie im Flug u. ich machte mich dran, auch mal ein Fazit zu dieser Tour zu ziehen:

Es war eine tolle, sehr abwechslungsreiche Radreise durch Deutschland. Die Einzeletappen waren teils mit anstrengender Arbeit verbunden, – waren dennoch zu schaffen (wenn man gut trainiert ist!). Auch mit der Länge der Etappen konnte ich zufrieden sein, – so dass ich täglich nicht zu viel Zeit auf dem Sattel verbrachte. Ja und dann noch zum Wetter: Da bin ich ja wirklich von der Sonne verwöhnt worden u. das Regenzeug hätte ich doch glatt zu Hause lassen können! Alles in allem war es wieder ein wunderbares Erlebnis u. ganz klar: Nach der Tour ist vor der Tour.

Im kommenden Jahr möglicherweise mal durch NRW, über Hessen, Thüringen dann weiter nach Bayern – diese Route schwebt schon jetzt vor meinem geistigen Auge!

Mal sehen, was die Zeit so bringt!

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