Daran vorbei ging mein Weg, nun wieder stets bergab, durch einen Wald u. wieder weiter in die offene Natur, – Bauernland. Strahlender Sonnenschein begleitete mich in diesem Jahr, als ich mich nach dem Städtchen Markt Wald hoch mühte. Dort musste ich im Jahr zuvor noch im Dauerregen hoch radeln. Für die letzten Kilometer lief es dann wieder eher gemütlich, bis nach Bad Wörishofen weiter. Dort dann angekommen wurde ich, wie immer, freudig von Frau Kerner in ihrer Pension empfangen. Nachdem mein Fahrrad versorgt war, zeigte mir die Chefin mein Zimmer u. brachte noch ein Begrüßungsbier.
„Ah, dass tut gut, nach diesem sonnenreichen Ritt zu ihnen ins Unterallgäu“ meinte ich u. prostete Frau Kerner zu. „Ja dann nochmals herzlich willkommen“ entgegnete sie mir. „Wann möchten sie denn Morgen Frühstücken?“ „Ich denke mal 8.30Uhr ist für die letzte Etappe früh genug. Wenn ich dann 10Uhr losfahre, bin ich zum Kaffee in Vorderburg. Ist doch ein Heimspiel für mich“ lachte ich.
Um 17Uhr verließ ich die Pension. Zunächst führte mich mein Weg zur Sparkasse um anschließend in den Gasthof „Zum Adler“ einzukehren. Der Gasthof (meiner Meinung nach), war schon immer der „Beste“ in ganz Bad Wörishofen. Man kann es natürlich nicht, – es sei denn, man kann es Toppen! Glaubte kaum meinen Augen trauen zu können: hölzerne Außenverkleidungen u. der ebenfalls hölzerner Innenausbau, – alles wirklich aller 1ste Sahne!!! Das Essen u. das heimische Bier waren wie gewohnt, lecker u. gut.
Wieder zurück in der Pension, machte ich noch meine Hausaufgaben, schaute ein wenig in die Glotze u. trank ein Bier dazu – was ist das wieder für ein herrlicher Tag gewesen!
Etappe 9: Bayern
Zirgesheim – Bad Wörishofen 105km, (850hm), 7h
Schon am frühen Morgen das übliche Gefühl: Na, wie wird heute wohl das Wetter?
Leider wieder einmal trübe mit Nieselregen. Das bedeutet für das Oberallgäu: tief hängede Wolken (keine Fernsicht) mit Dauerregen. Na gut, kann mir ja mal wieder Zeit beim Frühstücken lassen u. ausgiebig mit der Chefin dabei Ratschen. Gesagt, – getan. Kurtz danach (10.15Uhr), und einer herzlichen Verabschiedung, radelte ich dann durch Bad Wörishofen in Richtung Vorderburg (Gemeinde Rettenberg). Schon nach ca. 20km traten leider meine Prognosen ein. Der leichte Nieselregen wandelte sich in Dauerregen mit entsprechenden Wolkenbild – Waschküche (keine Fernsicht). Nur gut, dass es recht milde war. Es wäre natürlich schöner, wenn ich jetzt schon hier, den Wächter des Allgäu sehen könnte. Doch den Standpunkt des Grünten war für mich nicht auszumachen. So hieß es dann, im wahrsten Sinne des Wortes: Augen zu u. durch.
In Betzigau musste ich mich erst einmal umziehen: Die leichte Regenjacke, das lange Trikot u. Unterhemd zog ich aus. Dafür trockenes U.Hemd u. `ne leicht gefütterte Regenjacke. Mit einem trocken Gefühl fuhr ich nun im Nieselregen weiter. Hoch nach Hassberg u. Fahls, ging es dann in schneller Fahrt nach Kempten-Durach hinunter. Vorbei am Sportflugplatz setzte ich meine Wasserfahrt nach Sulzberg fort. Noch vor der Markt Gemeinde, also am Feuerwehrhaus, musste ich mich noch schnellstens erleichtern! Im Angesicht meiner Regenkleidung war da von schnell, leicht geredet – klappte gerade noch so. Machte danach noch einige Bilder, von den extrem tief hängenden Wolken u. den Wildblumen, vor dem Spritzenhaus.
Jetzt hieß es die Sulzberger Steige bis Oben bei Moosbach zu Meistern. Auf geht’s, 180 Höhenmeter auf 5 Kilometer, die ordentlich Körner kosten werden. Nach dem ich in pausenloser Fahrt den Höchsten Punkt bei Moosbach erreicht hatte, fuhr ich gleich weiter. Nochmals Umziehen hätte sich eh für die letzten 5 Kilometer nicht mehr gelohnt. Gut temperiert stand ich nach geraumer Zeit wieder einmal (zum 8 mal) mit meinem Rad vor dem Ortsschild von Vorderburg, Gem. Rettenberg im Oberallgäu.
Hatte es wieder einmal geschafft. Schee wars!
Mit der heutigen Schlußetappe hatte ich 850km mit 8750hm in 4 Bundesländern erradelt. Fuhr nun weiter durchs Dorf zu meinen Freunden, die mich natürlich erwarteten u. mit lautem: „Grüß Gott Siggiii“ begrüßten. Bei all der Herzlichkeit musste ich mich aber erst einmal trocken legen. „Komme gleich wieder, stell bittschön derweil ein dunkles Weizen her“ sagte ich lachend u. verließ die Küche wieder. Viertelstündchen später dann, – nochmals großes Hallo in der Küche. Nacheinander Umarmungen mit meiner Mutter (83), Annie (Chefin) u. Andrea (eine der Schwiegertöchter des Hauses). Nach einem großen Schluck von meinem Weizen, war ich quasi wieder zu Hause.
Mutter u. ich blieben nun noch einige Tage im schönen Allgäu, bevor es mit dem PKW wieder nach NRW ging.
Fazit:
Deutschland, – schönes Land! Immer wieder neu, – immer wieder anders!
Die Tour war für mich, da ich vorher ausreichend Trainingskilometer (3000) abgespult hatte, kein Problem – auch ohne E. Antrieb. Alles SUPER! Wenn möglich, werde ich mir auch fürs nächste Jahr, eine neue Strecke ins Allgäu kreieren. Versprochen.