Die Temperaturen zogen an u. ich war glücklich über dieses sommerlich, schöne Wetter.

Seid geraumer Zeit störte diese Idylle ein unangenehm lautes Pedal quietschen! Muss doch mal beim nächsten Pitstop in Feuchtwangen schauen was da los ist. Nach 35 Kilometern wunderschöner Fahrt hatte ich dann das bezaubernde Fachwerkörtchen Feuchtwangen erreicht. Bei einer kurzen Rast am Dorfbrunnen stellte ich schließlich fest, das die linke Pedale unrund drehte – Lagerschaden. In einem kleinem Radladen, ganz in der Nähe, besorgte ich mir ein Paar neue Pedalen u. montierte diese sofort. Damit war wieder alles i.O. u. konnte somit ohne störende Geräusche in Ruhe weiter radln.

Irgendwann in der Weite der Landschaft überholte mich ein Rennradler mit den Worten: „Fahr zu, – meine Wetterapp verspricht nichts Gutes für diese Region. Es soll bald richtig schütten! Gute Fahrt“, meinte er noch u. verschwand mit wieder hoher Geschwindigkeit in die Ferne. Na ja, schaun wir mal dachte ich nur.

Dabei war es doch gerade so schön. Überall Felder mit den schönsten Blumen …

Bald erreichte ich dann Wassertrüdingen u. fuhr in Richtung Oettingen weiter. Langsam verdunkelte sich der Himmel u. am Horizont war deutlich eine schwarze Wand zu erkennen. Genau in Fahrtrichtung, – da sollte der Rennradfahrer wohl doch noch recht behalten. Na, und dann begann wieder mein Rennen gegen die Natur. Mittlerweile war ich auf einer Landstraße u. hatte richtig Tempo drauf. Mit gut 35km/h fuhr ich in die Wasserwand. Ich musste anhalten um mir wenigstens eine Regenjacke anzulegen – von einem Unterstand war weit u. breit nichts zu sehen. Der warme Starkregen hielt mich nicht auf, bis ich kurz vor Harburg unter einer Unterführung Schutz fand. Gut das die Temperaturen noch sommerlich waren, so stand ich 20min., naß wie ne Katz, in diesem Tunnel.

Endlich wurde es wieder heller, der Regen wurde leichter u. hörte schließlich ganz auf. Die letzten 15km bis Donauwörth konnte ich dann wieder regenfrei auf dem Rad genießen. In Wörnitzstein radelte ich schließlich an der bezaubernden St. Martin Kapelle vorbei, die deutlich sichtbar auf einem Felsen stand. Bei diesem herlichen Anblick war der Regen schon wieder vergessen.

Beschwingt, entlang der Wörnitz, radelte ich nun weiter nach Donauwörth, dass auch schon in Sichtweite war. Da ich mich hier schon auskannte, stand ich schon kurze Zeit später, vor der Jugendherberge.

Öffnung der Rezeption war pünktlich 17Uhr sodass ich noch ausreichend Zeit hatte, mein Reiserad abzurüsten. Da danach immer noch kein Einlass war, habe ich das Rad noch von seinem Dreck befreit. Dann war es endlich so weit u. ich konnte mein reserviertes Einzelzimmer beziehen.

Nach dem Duschen marschierte ich zu „meinem Chinesen“. Immer wenn ich hier in Donauwörth zu Gast war, besuchte ich das nahegelegene Restaurant – war bisher immer SUUUPER.

Fazit des Tages:

Wetter: Überwiegend schönes Sommerwetter,

der Starkregen zwischendurch gehörte ja schon auf die Tagesordnung.

Landschaft: toll u. abwechslungsreich.

DJH: Zimmer sowie Frühstücksbüfett sehr gut.

Tag 7, Etappe 6

Donauwörth – Bad Wörishofen 133km, 460hm

Die Fahrzeit betrug 9 Stunden

Trocken mit Sonnenschein u. dann natürlich auch wieder Regen

Nach einem guten, üppigen Frühstück machte ich mich 9.15Uhr wieder auf den Weg. Zuerst fuhr ich erst einmal hinunter zum Gebhardtplatz. Von dieser Halbinsel aus konnte man sehr gut den Zusammenfluss von Wörnitz in die Donau erleben. Hier waren heute Morgen mächtig viel braune, schäumende u. schnell fließende Wassermassen zu sehen. Verließ die Halbinsel wieder u. benutzte eine Brücke über die Donau, um meinen Weg Richtung Augsburg weiter zu fahren. Etwas stadtauswärts dann, war mein ursprünglich gewählter Weg wegen Überflutung gesperrt. Daher musste ich die eingerichtete Umleitung benutzen, die mich dann aber nach gut 3km wieder auf meinen Weg führte.

An diesem trüben, nicht gerade hellem Vormittag, radelte ein wenig unmotiviert durch die schwäbische Landschaft. In Biberbach hielt ich vor der Kirche St. Jakobus kurz inne. Seid 1906 ist hier eine imposante Kreuzigungsgruppe, mit mannhohen aus Zinkguss gefertigten Figuren, zu sehen. Ein wahrlich melancholischer Anblick, passend zum heutigen Wetter.

Über Langweid setzte ich meinen Weg, nach Augsburg, unbeirrt fort. War mittlerweile auf einem Radweg direkt neben dem Lech. So erreichte ich schließlich Augsburg. Vorbei am deutschen Kanumuseum kam ich bald an einem Austragungsort der Olympischen Spiele 1972 vorbei. Es war der Eiskanal, – eine Kanu Slalomstrecke. Auch heute tummelten sich hier junge u. ältere Wassersportler (trotz der bestimmt nicht besonders einladenden Wassertemperaturen).

 Bald setzte ich meine Tagesetappe fort, streifte mehrere kleine Ortschaften, bis ich dann eine Lech Staustufe erreichte. Auf der Staumauer hielt ich an und ließ den Blick schweifen. Ausgedehnte Wassermassen hatten sich hier zu einem See angereichert. In Richtung rechts von mir waren wieder kompakte, schwarze Wolken zu erkennen. Hoffentlich ist das nicht meine Fahrtrichtung, dachte ich noch.

Mein Radweg machte natürlich einen Bogen u. ich fuhr direkt dem Wetterchaos entgegen. Erst noch vereinzelte, harmlose Tropfen – doch dann schlug die Regenfront gnadenlos auf mich nieder. Schon ziemlich durchnässt, konnte ich mich in einem bäuerlichem Geräteschuppen retten u. mir Regenzeug anlegen. Plötzlich eine Stimme: „Hallo, können Sie mir helfen? Ich suche den Radweg nach Landsberg“. Ein junger Radfahrer stand, völlig unzureichend für diese Witterung gekleidet, im strömenden Regen auf dem Radweg vor mir. „In die Richtung will ich auch“ sagte ich. „Wenn Sie wollen, können Sie mir ja folgen. Habe aber ein E-Bike u. bin recht schnell unterwegs“, meinte ich. Gemeinsam zischten wir durch den Starkregen. Bald schon konnte der Bursche nicht mehr mithalten, blieb aber auf Sichtweite. Einige Kilometer weiter fuhr ich nochmals unter ein Vordach um den Helm gegen eine Schirmmütze zu tauschen. Mittlerweile war der junge Radler wieder bei mir. Ich sagte zu ihm: „Pass auf, du bist hier auf dem Hauptradweg in Richtung Landsberg! Immer drauf bleiben, ist alles beschildert. An Abzweigungen / Kreuzungen stehen immer große Richtungsschilder. Keine Angst, fahr einfach weiter“. Er bedankte sich bei mir u. fuhr, nass wie ne Katze, weiter. Der Regen brachte auch einen Temperatursturz mit sich. Der Bursche wird bestimmt mächtig gefroren haben. Der Regen wollte einfach nicht aufhören.

Konnte durch meine Brille nicht mehr viel sehen, das NAVI Display war voller Regentropfen u. an einer Weggabelung machte ich dann einen entscheidenden Fehler. Ein Hinweisschild zeigte für Autofahrer: Landsberg rechts abbiegen. Ich folgte auch diesem Hinweis. Nach mehreren Kilometer fahrt auf diesem Weg kam ich dann in ein Örtchen, das nicht auf meiner Roadliste stand. Boa, wo war ich bloß? Fragte einen Passanten, der gerade in seinen PKW stieg, nach den Weg. Der hatte leider auch keine Ahnung, da er auch auswärtig war. Da vorne gegenüber der Kirche war ein Cafe, – da frage ich jetzt mal nach der richtigen Richtung. „ Hallo, ich möchte nach Landsberg a. Lech. Wie soll ich fahren?“ befragte ich die Bedienung. „Sie sind hier in Klosterlechfeld. Landsberg ist die andere Richtung“ meinte sie. Dann kam die Chefin, die sich besser auskannte. „Mein Ziel ist ja heute Bad Wörishofen“ sagte ich zu ihr. „ Dann fahren Sie doch hier bis Untermeitingen weiter. Dort biegen Sie dann links ab u. fahren ca. 10km bis Igling. Dort fahren Sie dann bis Buchloe“ sagte sie freundlich. „Buchloe kenne ich, – von dort ist es ja nicht mehr weit bis Wörishofen“ sagte ich zu ihr. So war die Sache für mich geklärt, bedankte micht recht herzlich bei allen u. verließ das Cafe wieder. Es Nieselte nur noch. Für mich war das, “ das Wunder von Klosterlechfeld „.

Ein einviertel Stunde später u. gut 25km weiter auf meinem neuen Weg, war ich in Buchloe. Eine ältere Hundeführerin, die ich ansprach, fütterte mich mit neuen Weg Infos. So sollte ich mein Ziel schnellstmöglich erreichen. Die grobe Richtung war Türkheim aber in Unterirsingen sollte ich den beschilderten Radweg links, direkt nach Wörishofen, nehmen.

Mittlerweile lugte die Sonne hervor. Das passte, sowohl vom Wetter als auch von der beschriebenen Route. Im kleinen Örtchen Irsingen hielt ich kurz an, um mich meinen Regensachen wieder entledigen zu können.

Na, das hat ja heute alles richtig Zeit gekostet. 18.15Uhr stand ich vor der Tür der Pension Ute u. klingelte.

Ich wurde schon ungeduldig erwartet. „ Ja Herr Milbratz, wo bleibens denn nur?“ rief die Chefin freudig aus, als sie mich sah. „ Heute immer wieder scheiß Wetter, Frau Kerner. Was soll man da machen“ sagte ich.

Das macht dann doch wohl auch keinen Spaß mehr Herr Milbratz, – oder?“ meinte sie.

Augen zu u. durch – schon bin ich bei ihnen“ sagte ich lächelnd. Nun begann wieder die übliche Routine: Gepäck abladen, Rad in die Garage schieben, Zimmer beziehen, Bericht schreiben etc., Duschen u. dann ab zum Griechen. Wir hatten natürlich noch ausgiebig getratscht u. Frau Kerner brachte mir auch noch ein Bier aufs Zimmer. Beim Griechen gab es dann einen hervorragenden Grillteller mit einem gemischten Salat. Dunkles Weizen durfte bei diesem deftigen Essen natürlich nicht fehlen. Alles GUT! War das wieder ein erlebnisreicher Tag.

Fazit des Tages:

Wetter: Überwiegend trübe u. trocken, doch der danach folgende Starkregen hatte es wieder in sich.

Strecke/Landschaft: Trotz des Umweges SUPER, der neue Weg lief fast genau parallel zur geplanten Route (nur eben anders), landschaftlich gesehen überwiegend bäuerlich geprägt.

Pension: Zimmer u. Betreuung sowie Frühstück wie immer sehr gut.

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