Etappe 7, Abschlußetappe: Landsberg am Lech – Vorderburg (Oberallgäu), 95km, 595hm
Abfahrt: 9Uhr
Ankunft: 15.15Uhr
Fahrzeit: 6.15h
Wetter: Sprühregen – absolut keine Fernsicht, weißgrau
(Bilder anklicken)
Morgens war ich als alleiniger Hausgast auch der einzige Hungrige beim Frühstück. Mein Tisch war schon eingedeckt u. als ich Platz genommen hatte, kam auch schon der Chef. „Tee oder Kaffee, selbst hergestelltes Körnerbrot oder doch lieber Brötchen?“ war seine Frage. Ich nahm dann Kaffee mit dem tollen Brot. Kurze Zeit später stand er wieder mit dem dampfenden Kaffee u. einem Körbchen mit dem Brot vor mir. Wir kamen ins Gespräch: „Wie ich sehe, bin ich wohl der einzige Hausgast im Moment – oder?“ fragte ich ihn.
„Ja, – Corona macht uns alle fertig u. das im wahrsten Sinne des Wortes. Ende der Saison ist hier Schluss für mich. Da ich auch nur Pächter bin u. mein Verpächter, trotz alle dem, pünktlich von mir die Miete verlangt, rechnet sich das nicht mehr für mich. Ich gehe wieder in meinen erlernten Beruf zurück,“ sagte er ernüchternd.
„Ich bleibe einfach auf den Kosten sitzen, – wenn ich mit Plus/Minus Null davon komme, kann ich noch von Glück reden. Das Erwirtschaftete ist in den letzten Monaten schon aufgebraucht worden, u. wie wird es überhaupt weiter gehen? Der Herbst / Winter kommt bestimmt u. somit wahrscheinlich auch der nächste Lockdown,“ meinte er schon fast verzweifelt.
Aus heutiger Sicht, lag er mit seinen Prognosen, leider gar nicht so falsch. Nach diesem tiefsinnigen Gespräch, ließ ich mir dann aber trotzdem mein Frühstück schmecken.
Nen Stündchen später verließ ich, wieder voll aufgerödelt, Landsberg a. Lech (grau, diesig, Nieselregen) um meine Fahrt Richtung Schongau, Burggen, Bernbeuren auf zu nehmen. Ungefähr bei Schongau hörte dann der fiese Nieselregen auf, – aber leider gab es absolut keine Fernsicht. Wenn der Regen nicht wieder einsetzt, muss ich wohl schon zufrieden sein. Ich bin in den letzten Tagen in diesen Dingen ziemlich bescheiden geworden. Bald hatte ich sogar das Gefühl, das es heller wird. Bei Stötten am Auerberg sollte ich normalerweise schon den Grünten (Wächter des Allgäu) sehen können, – heute nur hellgraue Nebelbrühe. Kurz hinter Görisried tauchte ich in die Ausläufer des Kemptener Wald ein. Dort dann, kurz nach einer Pinkelpause, verweigerte mir der E-Antrieb wiedereinmal seine Gefolgschaft. Reinigte wieder grob seine Kühlrippen u. gönnte ihm eine kurze Auszeit. Bald konnte ich meine Fahrt in Richtung Bodelsberg wieder aufnehmen. Von dort aus waren es dann nur noch gut 10km bis zu meinem Tourziel, Vorderburg im Oberallgäu.
Und siehe da, kaum noch dran geglaubt, erkannte ich bei Moosbach einige blaue Flecken am weißgrauen Himmel. Ich näherte mich ja dem Sonnendorf Vorderburg.
Nun schwebte ich fast schon über die letzten Hügel, bis zur Dorfgrenze. Dort, in der Nähe vom Galgenbichl, steht ja das Ortsschild, von dem aus ich immer mein Finisher Foto mache. So auch heuer, – also wieder einmal geschafft.
Einige Bilder später fuhr ich die Dorfstraße entlang, bog dann links ab u. erreichte so den Garten bzw. das Anwesen meiner Freunde.
Peter der Herr des Hauses erwartete mich schon. Als er mich sah, kam er mit dem Begrüßungsschnaps auf mich zu. „Ja griaß di Siggi, – alls guat glauffe?“ fragte er mich. Ich erzählte ihm von dem schlechten Wetter der letzten Tage. „Nun bin ich ja mal wieder hier angekommen, – u. nur das zählt für mich“ meinte ich. Peter machte dann noch schnell einige Bilder von mir.
Damit war die Trekkingtour 2020 erfolgreich beendet. Morgen fahre ich mit der Bahn wieder zurück nach NRW.
Fazit dieser Tagesetappe: Der heutige Ritt duchs verregnete, graue Allgäu war mal wieder etwas ganz besonderes,- keine Fernsicht u. somit keine Orientierung. Doch mit meinem NAVI u. dem gesetzten Track, finde ich alles.
E – Bike Trekking Tour 2020
Schee war`s – Nass war`s
Fazit zur diesjährigen Corona Trekkingtour:
Die Tour hielt wirklich an den Anfangstagen so viele tolle Momente für mich bereit, – das ich den Rest der Fahrt davon Zähren konnte.
Was uns fürs nächste Jahr bevor steht? Schaun wir mal! Mehr lässt sich wohl dazu noch nicht sagen. Ideen hätte ich noch genug!