Etappe 4: Derndorf (bei Bad Feilnbach) – Benedikt Beuren

Samstag – Wochenende

Abfahrt: 9.15 Uhr

Ankunft: 15.15 Uhr

Strecke: 88 km

Fahrzeit: 6 h

Wetter: Kaiser Wetter!

Was wird die heutige Tagesetappe wohl bringen?

Das ist eine Frage, die ich mir bei der Gesamtplanung nicht gestellt hatte:
Traumwetter in Verbindung mit dem Wochenende und den Top Ausflugszielen
Das klingt ja eigentlich nach einer traumhaften Etappe!
Der Radweg am Schliersee und Tegernsee ist ja wirklich eine der schönsten Gegenden in Bayern…

Nach einem ausgedehnten, leckeren Frühstück verließ ich gegen 9.15Uhr den Tiroler Hof in Derndorf. Nach wenigen Fahrkilometern auf dem BoKö (heute 88km) streifte ich Bad Feilnbach (Klein Meran, Übernachtungsort 2023).

Bedingt durch diese lieblich geschwungenen Landschaft, herrscht hier ein mediterranes Klima. Die Landschaft um Bad Feilnbach am Fuß des Wendelsteins ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt für seine Streuobstwiesen. Besucher werden durch ein Ortsschild in Apfelform begrüßt und der Ort trägt den Spitznamen „das Meran Oberbayerns“. 

Die weiterfahrt auf dem BoKö in Richtung Fischbachau war ja noch weitgehend einsam. Nur ganz vereinzelt begegnete ich einigen Radfahrern oder Wanderer. Das sollte sich bald schlagartig ändern.

In Fischbachau steppte schon der Bär. Für nur wenige hundert Meter musste ich die Hauptstraße benutzen und bekam dort schon einen Vorgeschmack von Rücksichtlosen Verkehrsteilnehmern. „Egal ob PKW – oder andere bekloppte Mopedfahrer“ – alle hatten Vorfahrt. Hochbrisant.
Das spitzte sich dann weiter von dem Örtchen Stauden nach Aurach zu. Ich musste die Hauptstraße bzw. Bundesstraße queren. Katastrophe!!! Ich habe es überlebt.
Jetzt konnte ich mich, auf einem kurzen Stück des BoKö, bis Neuhaus wieder beruhigen.
Dann begann der Wahnsinn erneut: nun waren es eben nur andere Kontrahenten die sich alle einen Weg teilen mussten. Badegäste, Trekkingradfahren, Rennradfahrer und vereinzelt auch E-Scooter.
Jeder wollte wohl zum Schiersee oder eben weiter.
Auch hier wieder ich, ich ,ich…

Dieser Wahnsinn endete erst kurz vor Westenhofen in Richtung Tegernsee. Dort tauchte ich dann endlich wieder in eine ruhige, jedoch landschaftlich prachtvolle Umwelt, ein. Doch je näher ich dem Tegernsee kam, desto unruhiger und belebter wurde die Fahrt auf dem BoKö. In Gmund am Tegernsee war dann auch wieder Schluss mit Lustig. PKW`s, Busse, Mopedfahrer… Radfahrer quälten sich durch den kleinen Ort – dieser Durchgangsverkehr wurde über Ampeln geregelt, was für mich nur von Vorteil. So fuhr ich über den Radweg bis Kaltenbrunn, wo der BoKö dann wieder in das Grün des Umland eintauchte.

Endlich wieder Abschalten und die waldreiche Oberbayerische Landschaft genießen. Bei Marienstein führte der Radweg quasi über einen riesig ausgedehnten Golfplatz des Golfclup Magarethenhof.

(Das lasse ich jetzt mal so ohne Kommentar hier stehen, – will mich nicht schon wieder aufregen).

Als ich die Waldregion verlassen hatte, änderte sich die Landschaft grundlegend. Ich erreichte die Attenloher Filzen (Hochmoorgebiet, Sumpf), vor den Toren von Bad Tölz. Er ist ein großflächiges Naturschutzgebiet, durch das sich der BoKö schlängelt.

 

Sehr schön. Ich fuhr durch das Örtchen Mühl, bevor dann das quirlige Bad Tölz erreicht wurde. Die Straßencafés und Biergärten, waren hier am Isarstrand, gut besucht.

Der Radweg in Richtung Bad Heilbrunn verlief nun, vorbei am Stallauer Weher, parallel zur Bundesstraße 472. Vorbildlich gelöste Verkehrsführung – kein Stress für die Radfahrer.

Bald war ich wieder, umgeben von bäuerlichen Großflächen, voll in der Natur. Ich durchquerte noch einige kleinere Dörfer und erreichte schließlich Benediktbeuren. Der Weg zum Kloster war gut ausgeschildert. Dort eingetroffen, verschaffte ich mir erst einmal einen Überblick, bis ich dann im Willkommenszentrum eincheckte.

Die nette, sehr zuvorkommende Dame an der Rezeption, erklärte mir den Weg zu meinem Zimmer, dem Frühstücksraum und zur Fahrradgarage/Schuppen. Meine Akkus durfte ich bei ihr an der Rezeption hinterlegen und aufladen. Mein Zimmer befand sich in einem Nebentrakt der riesigen Klosteranlage. Das Fahrrad konnte ich in einem kleinen, abschließbaren Schuppen, unterstellen. Alles GUT.

Die Außenanlagen des Klosters (Kräutergarten) sowie die Biergarten waren Top gepflegt. Im Wirtshaus reservierte ich mir zu 18 Uhr einen Tisch und durfte ein großes, dunkles Bier im Glashumpen, mit auf mein Zimmer nehmen.

Das Zimmer war eine liebevoll restaurierte, ehemalige Mönchskammer, die keine Wünsche offen ließ.

Pünktlich besuchte ich später dann das Wirtshaus um dort den Humpen wieder abzugeben und mir ein bayerisch, Traditionelles Essen zu bestellen, Schweinsbraten in dunkler Biersauce mit Rotkraut und Knödel. Ein weiteres Dunkles Bier durfte dazu natürlich nicht fehlen. Sehr lecker.

Fazit zur heutigen 4. Etappe:

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, und die Landschaft präsentierte sich äußerst abwechslungsreich.
Die heutigen Hotspots waren stark besucht, stellenweise sogar überlaufen.

Für mich fühlte es sich heute an, als hätten sämtliche ‚Hochbegabten‘ beschlossen, meinen Weg zu kreuzen.

Die Unterkunft im Kloster war schlicht, aber hervorragend – eine rundum gelungene Wahl.

weiter zur Schlußetappe