Etappe 2) Kierspe – Neuastenberg (NRW), 132km mit 1566hm, 10h Fahrzeit

(zum Vergrößern der Bilder, einfach jeweils anklicken)

Um 8.30Uhr startete ich zur 2. Etappe nach Neuastenberg. Das Wetter war super und ich sollte mich noch wundern, wie lang dieser Tourabschnitt (geplant 100km) werden sollte.

Ich ließ es gemütlich angehen u. fuhr in Richtung (noch auf normalen Straßen/Landstraßen) Meinerzhagen. Dort war dann eine Großbaustelle mit Brückenbauarbeiten. Ich hatte mittlerweile die Firma erreicht, in der Domenic arbeitet. Wir hatten vereinbart, dass ich mich bei ihm melde, sobald ich vor der Firma stehen würde. Er wollte dann zu mir kommen und einige Bilder machen. So weit, so gut.

Nach dem Fotoshooting setzte ich meine Tour fort. In unmittelbarer Nähe der Firma war eine Großbaustelle mit Brückenbauarbeiten. Daran vorbei folgte ich meinem festgelegten Track weiter. Die Anzeigenfarbe des Streckenverlaufs war auf „schwarz“ eingestellt. In schneller Fahrt war ich eine Weile parallel zur A45 unterwegs. Danach ging es durch Dörfer u. Bauernschaften. Bis ich mich dann wieder der Autobahn näherte und so die Abfahrt Olpe erreichte. Olpe? Olpe – das kann ja wohl nicht sein. Völlig falsch!!!

Ich nahm das Garmin NAVI aus der Halterung u. sah mir nun den heutigen Track nochmals genau an. Verstellte nun die Darstellungsfarbe von schwarz auf blau.

Nun sah ich das Dilemma, – ich war hier nicht mehr auf meinem gewünschten Track. Da blieb mir nur noch folgendes übrig: solange den Weg zurück fahren bis ich auf den, nun mehr blauen Track, stieß. Ich dachte mir, ich habe bestimmt in einer schnellen Abfahrt den Abzweig verpasst.

Also wieder zurück. Ich näherte mich schon wieder Meinerzhagen u. von der blauen Linie war immer noch nichts zu sehen. Das kann doch wohl nicht wahr sein?! Dann, ich war mittlerweile wieder in der Nähe von Domenic`s Firma, sah ich die blaue Linie (nahe der L539). Als ich dann endlich auf dem blauen Track war, folgte ich diesen nun erst einmal bis Attendorn (ja, wenn man erst einmal richtig ist…). Somit hatte ich bisher schon ca. 30 Bonusmeilen zusätzlich auf der Uhr. War also tatsächlich noch über 85km von meinem Tagesziel im Hochsauerland entfernt.

 

In Attendorn überquerte ich die Bigge und radelte hinauf nach Helden. Dort mündete ich auf den Repetal RW, dem ich bis Röllecken folgte, um schließlich in Borghausen die Lenne Route zu erreichen.

Auf der Lenneroute ging es nun nach Lennestadt, Störmicke, Fleckenberg bis Schmallenberg weiter. Immer beständig bergan (Hochsauerlandkreis).

Winkhausen, Oberkirchen, Westfeld waren die nächsten Stationen auf der Lenneroute. Nur wenige Kilometer hinter Westfeld verschwand der RW dann im dichten Waldgebiet. Bis zu den Lenneplätzen waren es nur noch ca. 6km, die mir aber gefühlt endlos vorkamen.

Der Grund dafür lag daran, dass nun auch der 2. Akku vollkommen leer war. Zudem befand ich mich mittlerweile auf unbefestigtem Weg – ziemlich steil bergan! Habe noch einige male die Akkus hin u. her getauscht, – doch es blieb dabei: leer ist leer!

Das Schieben auf dem Waldweg war enorm anstrengend und kräfteraubend. Ich musste immer wieder Pausen einlegen um das Rad bewegen zu können. Mittlerweile kamen mir fast schon wieder Zweifel, ob ich mich noch auf dem richtigen Weg befand. Dann, nach einer Kurve entdeckte ich, im wahrsten Sinne des Wortes den Lichtstreif am Horizont. Also doch, richtig? Das musste ich mir mal aus der Nähe ansehen. Ich ließ das Rad stehen u. marschierte den Berg hoch. Auch das war anstrengend – trotzdem dachte ich plötzlich: nimm doch wenigstens schon mal eine große Tasche mit. Also, ich machte kehrt, lief den Weg wieder hinab und schnappte mir die hintere dritte Tasche.

Nun wieder hoch. Als ich schnaufend die Anhöhe erreicht, erkannte ich schnell, dass alles richtig war. Auf den aufgestellten Schautafeln (für Wintersportler) las ich dann: Lenneplätze Neuastenberg. SUUUPER.

Legte die mitgeschleppte Tasche im hohen Gras ab und eilte wieder zu meinem Bike. Das Rad war ja nun deutlich leichter u. ließ sich somit auch gut den Rest des Berges hochschieben. Oben brauchte ich dann aber erst einmal ein Päuschen. Nachdem die Tasche wieder platziert war und ich noch einige Bilder gemacht hatte, fuhr ich die letzten 2. Kilometer hinunter nach Neuastenberg zum Gasthof Zur Post.

Halleluja – geschafft.

Ich fragte bei der netten Dame vom Empfang erst einmal nach der Uhrzeit. Sie schaute auf ihr Handy u. sagte „18Uhr30“ freundlich zu mir.

Ich hatte heute also eine Sattelzeit von 10 Stunden bewältigt. Nun checkte ich ein. Mir wurde der Platz für mein Fahrrad zugewiesen, bevor ich dann das Gepäck auf mein Zimmer brachte.

So gegen 19Uhr30 befand ich mich dann im Gastraum, ließ mir ein großes Pils bringen u. bestellte mir ein tolles Fleischgericht dazu.

Zwei Stunden später war ich dann wieder auf meinem Zimmer. Die Telefonate hatte ich ja vorher schon erledigt, brauchte somit nur noch das Roadbook ausfüllen, das NAVI auslesen bzw. den Track für die 3. Etappe einlesen.

Fazit:

Diese 30 Bonusmeilen haben mir ganz schön die Suppe versalzen, ansonsten wäre ich bestimmt mit der Leistung der beiden Akkus klargekommen.

Die Etappe war trotzdem sehr schön und abwechslungsreich. Wetter hat sich auch gut gehalten.

…weiter zur 3. Etappe

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