Etappe 7) Öhringen – Türkheim (BW), 115km mit 1350hm, 11h

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Am nächsten Morgen fuhr ich pünktlich 7.15Uhr, bei leichtem Nieselregen, nach Türkheim weiter. Zunächst noch durch den morgendlichen Berufsverkehr, bevor es wieder ländlicher und entsprechend ruhiger wurde. So kam ich dann auch zügig voran. Nach gut 33km, schon im Heilbronner Land, kam ich dann durch das Örtchen Sulzbach an der Murr. Ich hielt bei einem Metzger an, um mein Frühstück einzunehmen.

Ich holte mir ein schönes, frisches Schweineschnitzel, 2 Frikadellen u. 3 Semmeln. Da vor der Metzgerei Tische und Stühle aufgestellt waren, machte ich es mir dort gemütlich u. verdrückte genüsslich mein Schnitzel u. eine Semmel.

Nach diesem herzhaften Frühstück nahm ich meine Fahrt auf dem Murrtal RW wieder auf. Bald schon durchquerte ich das Städtchen Murrhardt. Dort war ich auch schon einige male über Nacht zu Gast.

Bei Mettelbach, nun nicht mehr im Murrtal unterwegs, war dann wieder Klettern angesagt. Bei Spatzenhof erreichte ich den Limes RW. Dem folgte ich nun über Welzheim nach Pfahlbronn. Von dort waren dann schon, bei trüber Sicht, die Hügel der Schwäbische Alb zu erkennen. Noch vor Mutlangen machte ich noch ein Päuschen, um die mitgenommenen Frikadellen mit Semmel zu essen.

So gestärkt radelte ich nun über Mutlangen nach Schwäbisch Gmünd (320m ü NN) weiter. Im Getümmel und bei den vielen Baustellen in dieser Stadt, war es für mich nicht einfach auf meinem Weg zu bleiben bzw. ihn wiederzufinden.

Hier waren ja so viele alternativlose Sackgassen – an die Radfahrer wurde da mal wieder nicht gedacht. Habe es dann aber doch irgendwie hinbekommen und erreichte den Schwäbische Alb RW. Über Waldstetten (380m ü NN) strebte ich nun dem Sprung über die Schw. Alb entgegen – heißt: es geht zäh bergauf. Beim Dörfchen Tannweiler, am Rechbergle, hatte ich mit 640m ü NN den höchsten Punkt der Etappe erreicht.

Die Akkuenergie war schon im Grenzbereich und es mussten ja noch 25km bewältigt werden! Türkheim, mein Übernachtungsziel lang oben auf 650m ü NN, also war es wieder einmal eine Bergankunft?! Ab dem Rechbergle ging es nun zügig bergab. So erreichte ich (noch) schließlich Geislingen a. d. Steige (440m ü NN).

Ich war dann schon 1,5 Kilometer in Geislingen unterwegs, bevor dann der diensttuende Akku sich ausklinkte – LEER! Es lagen ja noch ca. 7 Kilometer bis zu meiner Bergankunft, dem Landgasthof Hörner in Türkheim (650m ü NN), vor mir. Nachdem ich mich mit einigen Passanten über mein Problem u. dem Ziel unterhalten hatte, musste ich mir eine Lösung einfallen lassen, denn das schwere Reiserad jetzt noch den Rest des Weges bergan zu schieben, schien fast unmöglich zu sein. Schob das Rad daher noch bis zur nächsten Tankstelle, um mich nach einer Mitfahrgelegenheit zu erkundigen. Der dortige Chef empfahl mir ein Taxiunternehmen, mit dem er bisher nur gute Erfahrung gemacht hatte. Er teilte mir eine Telefonnummer mit, die ich dann auch sogleich anrief.

Eine nette Dame meldete sich aus der Taxizentrale. Ich schilderte ihr mein Problem. „Ich kläre das mal kurz für sie u. rufe in ca. 15min zurück. Ist ihnen das recht?“ fragte sie mich. „Ja, natürlich“, antwortete ich. Früher als erwartet klingelte mein Handy. Die nette Dame meldete sich bei mir u. sagte folgendes: „In ca. 10min kann ein Großraumtaxi, mit dem wir normalerweise Rollstuhlfahrer transportieren, bei ihnen sein“. „Ja, das wäre meine Rettung!“, antwortete ich und bedankte mich mit lobenden Worten bei ihr.

Ich nutzte nun die Wartezeit und nahm alle Taschen und den Arbeitsverweigerer (Akku) vom Rad. Bald schon erreichte mich der Taxifahrer mit seinem Bulli. Nach der Begrüßung beluden wir gemeinsam den Wagen u. ich erklärte ihm mein Ziel oben in Türkheim. Beiläufig sagte ich ihm, dass mir die Fahrt 50€ wert wäre. Er fuhr dann los u. 30min später standen wir dann oben im Hof vom Landgasthof Hörner. Es war mittlerweile 18Uhr.

Ich meinte dann zu ihm: „ Also diesen Weg nach hier oben, – hätte ich wirklich nicht mehr geschafft! Daher nochmals danke für ihre schnelle Hilfe!“ Ich überreichte ihm die 50€, für die er sich nun herzlich bedankte. Wir verabschiedeten uns nun voneinander u. ich konnte einchecken.

Das Rad durfte ich dann in einer Eventscheune unterstellen u. dort auch die Akkus aufladen. Danach brachte ich die Taschen auf mein Zimmer – danach brauchte ich erst einmal eine Verschnaufpause. Zwei Stunden später saß ich dann im Gastraum u. trank mein verdientes Weizen. Ein spaßiger Kellner nahm freundlich meinen Essenswunsch entgegen. 20 Minuten später brachte er mir dann meinen bestellten Grillteller mit Kartoffelecken. Vorzüglich – es war schon ewig her, dass mir solch gutes Fleisch serviert wurde und ich es essen durfte.

Bravo dafür und ein dickes Lob in die Küche.

Gegen 22Uhr war ich dann wieder auf meinem Zimmer und erledigte noch die Buchführung, bevor ich dann auch ziemlich erschöpft den Tag beendete.

Fazit:

Dumm gelaufen, – doch diese Etappe hatte wieder sehr viel Energie gekostet (sowohl bei Mensch als auch bei der Maschine). Trotzdem vor es eine traumhafte Etappe. Wetter war ja auch trocken und von den Temperaturen angenehm.

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